12.01.2017

Großprojekt – Natursiedlung

 


Der Förderverein ist Träger des Vorhabens einer ökologisch-sozialen und nachhaltigen Lebensform.

Die Gestaltung wird in Form einer Natursiedlung umgesetzt.


Das Modellvorhaben beschreibt das Leben der Menschen in der Natur und mit der Natur. Die Menschen dieses Vorhabens betreiben aktiven Naturschutz in kleinräumig regionaler Landwirtschaft. Sie sind Teil einer sich regenerierenden Landschaft unter Einbeziehung der Bevölkerung vor Ort und entwickeln eine Kultur des menschlichen Miteinander.

Angedacht ist eine wissenschaftliche Begleitung des Projektes über einen längeren Zeitraum. Dies beinhaltet, neben der Erforschung der Möglichkeit eines naturnahen Lebensmodells als übertragbares Projekt, auch die Bereiche der Biodiversität, des Humusaufbaus, der sozialen und kulturellen Veränderungen. Neben einem Bildungsauftrag in einer ganzheitlichen Betrachtung steht eine Erforschung der Entwicklung des Umfeldes im Bereich der demografischen Entwicklung mit an vorderer Stelle des Projekts.

In einem Kooperationsschreiben bescheinigt Dr. Henrike Rieken von der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde – eine Zusammenarbeit mit dem Förderverein, der als 1. Projektträger dieses Vorhaben bei der Realisierung unterstützt.

Im Jahr 2015 bestätigt die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) und der Rat für nachhaltige Entwicklung in einem Wettbewerb die Durchführbarkeit des Modellvorhabens: Im Wettbewerb BodenWertschätzen – wird eine Auslobung mit einem Platz unter den ersten 20 im bundesdeutschen Gebiet in den Bereichen: Flächenmanagement, Flächennutzung und Flächenrecycling erreicht.

In der Masterarbeit von A. Köhler, geschrieben an der Hochschule Neubrandenburg (2017) mit dem Titel: Experiment Selbstversorgung – eine Untersuchung alternativer Lebensformen im ländlichen Raum, wird beschrieben wie in den genannten und anderen Bereichen Veränderungen zu Gunsten der Menschheit eingeleitet werden können. Außerdem gilt eine Bachelorarbeit von Laura Kirsch, geschrieben an der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde – als Grundlage für ein Modellvorhaben mit Vorbildcharakter.

Ein solches Vorhaben benötigt viele Helfer und Unterstützer. Gemeinsam statt einsam – als Devise.

Die praktische Realisierung wird für das Jahr 2017/2018 angestrebt.


Mit einer finanziellen Unterstützung  hilfst Du dem Verein bei der Realisierung.

Nehmen Sie mit uns Kontakt auf, wenn Sie eine Spendenbescheinigung benötigen. Als gemeinnütziger Verein stellen wir diese entsprechend den gesetzlichen Vorgaben für Sie aus.

Mit einer Fördermitgliedschaft können Sie dieses wie auch andere ökologische Projekte durch einen jährlichen Förderbeitrag unterstützen.

Fördern


MODELLVORHABEN

ERSCHAFFUNG EINER PERMAKULTURLANDSCHAFT IN KLEINRÄUMIGER LANDWIRTSCHAFT

EIN FORSCHUNGS- UND PILOTPROJEKT – (Kurzfassung)


VERSORGUNG MIT LEBENSMITTELN – ERNÄHRUNG IM WANDEL

Laut eines Berichts im UN-Menschenrechtsrat wurden 2011 weltweit 70 – 75% der Lebensmittel nicht von der konventionellen Agrarindustrie angebaut, sondern von Kleingärtnern und Kleinbauern in Kooperativen. Weltweit operierende Großkonzerne wie z.B. Nestlé, Coca-Cola und Monsanto u.a. lassen
Rohstoffe und Nahrungsmittel unter fragwürdigen und teils gesundheitsschädigenden Arbeitsbedingungen produzieren, mit minderwertigem Nährwert und zahlreichen chemischen Zusätzen.
u.s.w.

AGRARÖKOLOGIE KANN DIE WELT ERNÄHREN

Der Ansatz „Mehr Düngemittel, mehr Pestizide, mehr Gentechnik!“ der Agrar-Industrie um die künftige Weltbevölkerung zu ernähren, erscheint nicht zufriedenstellend. Immer mehr AgrarexpertInnen sind sich einig, dass dieses Verfahren den Hunger nicht verhindert, sondern produziert
(vgl. zu Löwenstein 2011) und die Antwort nur lauten kann: Wir ernähren uns ökologisch oder gar nicht mehr.

Monokultur nahe Lychen

UNSER PROJEKT

In der Nordwestuckermark (Land Brandenburg) entsteht ein Modellvorhaben in Form eines Forschungs-und Pilotprojektes unter Verwendung und Überprüfung der Bachelorarbeit von Laura Kirsch: „Familienlandsitz-Siedlungen als Nachhaltigkeitskonzept – eine Betrachtung der Bereiche Landwirtschaft und Stoffkreisläufe“ (HNE Eberswalde 2012). Diese Arbeit wurde mit dem Anerkennungspreis der Humboldt-Uni Berlin (Landwirtschaftlich-Gärtnerische Fakultät) ausgezeichnet.

Unser Projekt beschreibt das Vorhaben einer Natursiedlung am Beispiel von Lychen.

NATURSIEDLUNG TRAUMLAND

Unser Projekt ist ein Gemeinschaftsvorhaben: eine Permakultur-Landschaft in regional kleinräumiger Landwirtschaft, die wir in gestalterischer Absicht zusammen mit ökologisch bewusst lebenden Menschen errichten. Dabei achten wir auch auf regionale Bedürfnisse und deren Gegebenheiten und setzen uns für deren Ziele ein, sofern sie in Verbindung stehen mit unserem Leitbild.

Anbau von ökologischen Lebensmitteln

DIE VISION
Auf einer Fläche von 40-120 Hektar entsteht eine Siedlungslandschaft für ca. 35-100 Familien zu je 1 Hektar, der in Eigenverantwortung ökologisch, insbesondere nach Ansätzen der Permakultur, bewirtschaftet werden wird. Jedes Familiengrundstück ist von einer dichten Hecke aus Bäumen und Sträuchern umgeben, einer 400m langen natürlichen Grenze, die gegen Wind schützt und gleichzeitig Beeren, Früchte, Nüsse und Holz liefert, sowie Schutz und Nistplatz für viele Tiere bietet. Die Hälfte bis zwei Drittel des Grundstücks wird mit Laub-, Nadel-, Obst und Nussbäumen bepflanzt, so dass mit der Zeit ein Mischwald heranwächst, falls nicht schon vorhanden. (siehe Bachelorarbeit)

Jedes Familiengrundstück verfügt über einen Teich als Wasserspeicher, einen Gemüse- und Kräutergarten, Bienenstöcke u.a. mehr. Das Haus auf dem Grundstück wird aus natürlichem Material gebaut (z.B. Holz, Lehm, Stroh u.a.). – es ist recyclefähig. Die Bewohner erschaffen eine vielfältige und intakte Umwelt für Pflanzen, Tiere und Menschen.

Kräuterspirale

Ein verantwortungsbewusster und nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen (Energieträger, Rohstoffe, Wasser, Boden, Luft u.a.) sind dabei nicht nur wichtig, sondern von zentraler Bedeutung. Das Wissen darüber wird unter anderem in Praxisseminaren weitergegeben. u.v.m.

DIE GESTALTUNG

In enger Zusammenarbeit mit Permakultur-Designern, Landschaftsgestaltern und der Gruppe wird ein erstes Gesamtkonzept für die Realisierung erstellt. Ein harmonisches Ganzes lädt nicht nur Menschen zum Verweilen zu sich, sondern schließt eine vielfältige Tierwelt mit ein. Neben der Begegnungs- und Bildungsstätte wird es einen Festplatz geben, ferner einen Feuerplatz, ein Backhaus, eine Bühne für kulturelle Veranstaltungen und verschiedene „Handwerkshütten“ für „altes“ Handwerk (Töpfern, Schmieden, Holzbearbeitung, Filzen, Spinnen usw.). Zudem wird es touristische Angebote zur Förderung des Naturtourismus geben.
u.a.m.

Vielfalt im Garten

ZIELE DES PROJEKTES

Das Ziel ist ganzheitlich: ökologisch, sozial, wirtschaftlich und nachhaltig. Die Realisierung ist aktiver Naturschutz. Die ökologischen Ziele sind beispielsweise die Erhöhung und langfristige Stabilisierung der Bodenqualität, der Wasserspeicherfähigkeit und der Bodenfruchtbarkeit stellvertretend folgenede
Maßnahmen:

Humusbildung mittels:

• Gründüngung (z. B. Luzerne, Wicken, Weißklee, Phacelia, Bienenweide)
• Anlegen von Mischkulturen
• Anwendung von Terra Preta und Pflanzenpräparaten
• Rückführung der Nährstoffe in den Boden über weitgehend geschlossene Kreisläufe
u.a.m.

Erhöhung der Bodenfeuchtigkeit und Wasserspeicherfähigkeit des Bodens durch

• Sammeln von Oberflächenwasser
• Erhöhung der Wasseraufnahmefähigkeit des Bodens durch Humusaufbau
• Wasserretention, Anlegen eines Teiches auf jedem Grundstück
• die Reduzierung der Austrocknung des Bodens durch Abdecken des Bodens durch Mulchen und Gründüngung
u.a.m.

Wiederherstellen der Bodenfruchtbarkeit, Bodenneugewinnung und Biodiversität durch

• ausschließliche Verwendung von Naturdünger (keine Kunstdünger, Pestizide, Fungizide, Herbizide)
• Verzicht auf schwere landwirtschaftliche Geräte, um den Boden nicht weiter zu verdichten, sondern wieder locker, durchlässig und lebendig werden zu lassen
• Kompostierung aller auf dem Grundstück anfallenden organischen Reste
u.a.m.

Fülle aus dem Permakulturgarten

Wirtschaftliche Ziele können sein, die Förderung des ganzjährigen Tourismus durch Angeboten zur Entspannung und Entschleunigung, Gesundheitsvor- und -fürsorge. Auf Basis eines ganzheitlichen Verständnisses von Gesundheit werden wir vielfältige Räume schaffen, in denen sich Menschen wieder mit sich und der Natur verbinden können. Dabei ist uns die Vernetzung mit anderen gewerblichen Tourismusanbietern in der Region wichtig. Entgegen dem  „konventionellen“ Tourismus schaffen wir hier Angebote eines „sanften“ Tourismus, der sich mit der Natur vereinbaren lässt. Die Nachhaltigkeit spiegelt sich in den Bereichen der ökologischen Bewirtung mit regionalen Speisen, dem ökologischen Hausbau und Angeboten in der Natur wieder.
(Wildkräuterwanderungen, Naturpfade etc.)
u.a.m.

Im Bereich des Sozialen sehen wir eine besondere Bereicherung in dem Aufwachsen der Kinder. Für sie ist von Anbeginn ein Austausch mit verschiedenen Altersgruppen gewährt. Sie profitieren von der Kommunikation mit jüngeren Kindern und älteren Erwachsenen, die nicht ihre Eltern sind. Berührungspunkte mit mehreren Generationen ist für alle Beteiligten ein Gewinn. Auch die Ältesten sind integriert und sich ihrer Aufgaben bewusst. Geplant ist es für Gäste von Außen Seminar- und Bildungsangebote anzubieten, sowie für die Kinder und Erwachsenen, die in der Siedlung leben eine (Weiter)Bildungsmöglichkeit zu installieren.

In einer Siedlung ist, ähnlich den traditionellen Dorfstrukturen, eine Kultur der gelebten Nachbarschaft und Freundschaft möglich. Hierbei handelt es sich nicht um lose Kontakte, sondern um tragfähige Strukturen über Jahre. Besonders wichtig ist es, dass Kommunikationsformen integriert werden, die ein langes Bestehen der Siedlung begünstigen (gewaltfreie Kommunikation, Konsententscheidungen usw.) Auch die regionale Vernetzung ist ein auszubauender Aspekt. Ein direktes Wechselspiel mit der Region kann in ökonomischer Sicht stattfinden, besonders aber auch in sozialer. Durch die Angebote in der Siedlung (Hofladen, Café, Kulturstätte, Kursangebote etc.) findet ein Beitrag zur Daseinsvorsorge statt und direkter menschlicher Kontakt statt, der heute oft zu kurz kommt.

Bau eines Siedlungsmodells

MASSNAHMEN ZUR UMSETZUNG DER ÖKOLOGISCHEN ZIELE

Verwendung geschlossener Stoffkreisläufe Rückführung der dem Boden entnommenen Stoffe über Gründüngung, Mulchen, Kompost aus den Komposttoiletten und aus den Hügel- und Mulchbeeten, Terra Preta Terra Preta ist mit Holzkohle und Effektiven Mikroorganismen versetzte Komposterde. Sie zehrt sich, anders als Kompost, nicht auf, sondern erneuert sich bei Kompostzuführung. Durch den hohen Kohleanteil hält sie die Feuchtigkeit im Boden und bietet Lebensraum für Mikroorganismen. Außerdem bindet Terra Preta CO2 und wirkt so dem Klimawandel entgegen. Terra Preta kann selbst auf einem Familiengrundstück hergestellt werden. EM – effektive Mikroorganismen – wirken milieulenkend. u.v.m.

Eine Zusammenarbeit und Kooperation findet statt mit Hochschulen und anderen Forschungseinrichtungen zur wissenschaftlichen (besonders ökologischen) Erforschung und Begleitung des Projektes.

LANDSCHAFTSPLANUNG DER SIEDLUNG

Wir beabsichtigen, die gesamte Siedlung und die einzelnen Familiengrundstücke durch Hinzuziehung erfahrener Landschaftsplaner zu gestalten und günstige Bedingungen zur Reduzierung der Bodenaustrocknung sowie der Erosion durch Wind und Wasser zu schaffen. Hierzu gibt es erste Gespräche mit professionellen Landschaftsgestaltern. Im Rahmen unserer Diskussionen und aufgrund von Erfahrungen anderer sind wir zu dem Schluss gekommen, dass es sinnvoll ist, unser Vorhaben in Form einzelner Module zu konzipieren, die entsprechend unseren Bedürfnissen erweitert werden und auch später auf andere Gemeinschaften übertragen werden können.
u.a.m. …

Eine wachsende Gemeinschaft

DIE AKTEURE – WER WIR SIND

Wir sind eine wachsende Gruppe von Menschen unterschiedlichen Alters, die seit gut 2,5 Jahren plant, sich weiter bildet und Gemeinschaftsbildungsprozesse in Theorie und Praxis durchläuft zur Festigung der Grundlagen für die Umsetzung. Wir, (derzeit 19 Erwachsene und 12 Kinder, zudem weitere Interessierte von 11 Erwachsenen und 6 Kindern – Tendenz zunehmend) bestehen aus Familien mit und ohne Kindern, Paaren, Alleinstehenden – davon viele mit Kinderwünschen – vereint durch das gemeinsame Anliegen, mit der Natur frei und gestalterisch aktiv zu leben. Viele von uns haben mehrere Berufe und bringen eine Fülle an Lebenserfahrungen in ihr neues Leben ein. Unsere Qualifikationen und Fähigkeiten liegen in den Bereichen: Baubiologie, Architektur, Management, Regionalmanagement, biologischer Gartenbau, biologische Landwirtschaft, biologische Imkerei, Umweltschutz, Naturschutz, Bankwesen, Betriebswirtschaft, Programmierung, Elektrik, Erziehung, Sozialarbeit, Versicherungswesen, Sporttrainer, kaufmännische Arbeiten, Schulunterricht, Sozialpädagogik, Mediation, Film, Kunst, Musik, Journalismus, Medizin, Psychotherapie, Coaching, Homöopathie, Heilpraktik, Massage, Yoga, Tanz, Musikpädagogik, Zimmerei, Bildhauerei.

In dem Wettbewerb ‚BodenWERTschätzen‘ vom dbu und dem Rat für nachhaltige Entwicklung erreichten wir im Jahr 2015 mit dem Vorstellen unseres Vorhabens einen Platz im bundesdeutschen Raum unter den ersten 20 im Bereich: Flächennutzung-Flächenmanagement.

FORSCHUNG UND BEGLEITUNG

Das Vorhaben wird als Träger begleitet durch den Förderverein Mensch-Natur-Umwelt Uckermark e.V.  Seit März 2016 wurden das Siedlungsprojekt im Rahmen der Abschlussarbeit einer Masterstudentin der Hochschule Neubrandenburg – University of Applied Science im Fachbereich Sozialarbeit begleitet. Verfügbar ist die Arbeit ab April 2017.

Weitere Forschungs- und Evaluationsprojekte sind in Planung mit der Hochschule für Nachhaltige Entwicklung Eberswalde, der Hochschule Neubrandenburg u.a. in den Bereichen:

© leben@menaum.de

Stand 01/17

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